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Rolle & Identität

Bonusmama Jahresrückblick 2025: Mein ehrliches Update

Von Sally Matthes · 20. Januar 2025 · Aktualisiert: 10. März 2026
Frau sitzt auf einer Bank im winterlichen Wald und blickt nachdenklich zurück — Jahresrückblick als Bonusmama

Jahresrückblick als Bonusmama — kein geschöntes Highlight-Reel, sondern ein ehrliches Update. 2025 war das Jahr, in dem ich aufgehört habe, so zu tun, als hätte ich alles im Griff. In meiner Arbeit als systemischer Coach und selbst Bonusmama erlebe ich jeden Tag, dass die größten Veränderungen nicht dort passieren, wo alles glatt läuft — sondern genau dort, wo es wehtut. Laut dem Statistischen Bundesamt (2024) leben rund 1,1 Millionen Patchworkfamilien in Deutschland. Und jede einzelne kennt diese Mischung aus Wachstum und Schmerz, die ein Jahr wie 2025 mit sich bringt.

„Ein Jahresrückblick als Bonusmama ist keine Bilanz von Erfolgen — es ist eine ehrliche Bestandsaufnahme dessen, was dich verändert hat.” — Sally Matthes, Coach für Bonusmamas

Ich nehme dich heute mit hinter die Kulissen. Nicht als Coach, die alles weiß. Sondern als Frau, die mitten in diesem Leben steckt — und trotzdem jeden Tag neu entscheidet, dass es sich lohnt.


🎙 Passend dazu: Hör dir die Podcastfolge „Bonusmama Jahresrückblick 2025: Mein ehrliches Update” an — auf Spotify oder überall, wo du Podcasts hörst.


Was 2025 gut lief — und warum das nicht selbstverständlich ist

Es wäre leicht, mit dem Schwierigen anzufangen. Mache ich aber nicht. Denn eines habe ich dieses Jahr gelernt: Die guten Dinge verdienen genauso viel Aufmerksamkeit wie die schweren. Wir Bonusmamas neigen dazu, die schönen Momente kleinzureden. „Ist ja normal.” „War ja nur ein kleiner Moment.” Nein. War es nicht.

2025 war das Jahr, in dem ich zum ersten Mal das Gefühl hatte: Ich gehöre hierher. Nicht weil mir jemand die Erlaubnis gegeben hat. Sondern weil ich aufgehört habe, auf diese Erlaubnis zu warten. Patricia Papernow beschreibt in „Surviving and Thriving in Stepfamily Relationships” (2013), dass das Ankommen in der Stiefmutterrolle ein Prozess ist, der Jahre dauert — und dass er nie wirklich „fertig” ist. Aber es gibt einen Moment, in dem du merkst: Du bist angekommen. Nicht perfekt. Aber da.

Mein Coaching hat sich verändert. Nicht nur die Methoden, sondern mein Blick. Ich sehe die Frauen, die zu mir kommen, anders als noch vor zwei Jahren. Nicht als „Fälle” — sondern als Spiegelbilder. Jede Geschichte, die mir erzählt wird, lehrt mich etwas über meine eigene. Das ist ein Geschenk, das ich 2025 endlich zu schätzen gelernt habe.

Und die Beziehung zu meinem Partner? Wir haben dieses Jahr zum ersten Mal wirklich über die Dinge gesprochen, die wir beide jahrelang umschifft haben. Das war nicht gemütlich. Aber es war notwendig. Wenn du auch an dem Punkt bist, wo die ehrlichen Fragen dran sind — ich kann dir sagen: Es lohnt sich. Auch wenn es erstmal wehtut. Und falls du dich fragst, ab wann man eigentlich Stiefmutter ist — die Antwort ist weniger eindeutig, als du denkst.


Offenes Notizbuch mit Stift und dampfende Kaffeetasse auf Holztisch im Morgenlicht — Reflexion und Journaling

Die schwierigen Momente — und was sie mich gelehrt haben

Wenn die alten Muster zurückkommen

Es gibt diesen einen Moment, der mich 2025 am meisten überrascht hat: Ich dachte, ich wäre „weiter”. Ich dachte, die Trigger hätten weniger Macht. Und dann sitzt du am Sonntagabend auf dem Sofa, die Kinder sind gerade gegangen, und dieses Gefühl kommt zurück. Diese seltsame Mischung aus Erleichterung und Schuld, weil du Erleichterung fühlst. Wenn du das kennst — du bist damit nicht allein.

Ich habe gelernt: Heilung ist nicht linear. Du kannst zwei Schritte nach vorne machen und dann einen zurück — und das ist nicht Rückschritt, sondern Teil des Prozesses. Wednesday Martin schreibt in „Stepmonster” (2009), dass Stiefmütter sich selbst oft viel härter beurteilen als jede andere Person in ihrem System. Das habe ich 2025 am eigenen Leib erfahren.

Die Herausforderungen, die nicht kleiner werden

Manches wird nicht leichter. Das ist die unbequeme Wahrheit. Die Dynamik mit der Ex bleibt ein Thema — nicht weil ich sie nicht loslassen kann, sondern weil das System immer wieder neue Situationen produziert. Schulwechsel. Ferienplanung. Geburtstage. Jedes Mal aufs Neue navigieren. Jedes Mal aufs Neue entscheiden, wo deine Grenze ist.

Und dann die Frage, die mich 2025 besonders beschäftigt hat: Wie viel von mir gebe ich — und wie viel behalte ich für mich? Diese Balance zwischen Hingabe und Selbstschutz ist keine einmalige Entscheidung. Es ist eine tägliche. Manchmal eine stündliche.

Was Persönlichkeitsentwicklung im Patchwork wirklich bedeutet

Persönlichkeitsentwicklung als Bonusmama ist kein Instagram-Reel mit Journaling und Matcha Latte. Es ist: um drei Uhr nachts wach liegen und sich fragen, ob du zu viel fühlst. Es ist: eine Grenze setzen und dann drei Tage lang Angst haben, dass alle dich dafür hassen. Es ist: in einem Coaching-Gespräch plötzlich über etwas weinen, von dem du nicht mal wusstest, dass es da ist.

2025 habe ich verstanden: Wachstum passiert nicht in den Momenten, in denen du dich stark fühlst. Es passiert in den Momenten, in denen du es trotzdem tust — obwohl du dich klein fühlst.


Paar geht Hand in Hand einen Waldweg entlang im späten Herbstlicht — Hoffnung und Zusammenhalt

Was ich über mich selbst gelernt habe

Ich brauche nicht die Zustimmung des Systems

Das klingt so simpel auf dem Papier. In der Praxis war es die schwierigste Lektion des Jahres. Ich habe jahrelang darauf gewartet, dass die Kinder mich mögen. Dass die Ex mich akzeptiert. Dass die Schwiegereltern mich als „dazugehörig” betrachten. 2025 habe ich aufgehört zu warten.

Nicht aus Trotz. Sondern aus Klarheit. Mein Wert als Mensch in dieser Familie hängt nicht davon ab, ob alle damit einverstanden sind, dass ich da bin. Er hängt davon ab, wie ich mit mir selbst umgehe — auch wenn die Anerkennung ausbleibt. Wenn du gerade an diesem Punkt bist, lies auch, wie du aus dem Gefühl herauskommst, unsichtbar in deiner eigenen Familie zu sein.

Meine Rolle darf sich verändern

Anfangs wollte ich alles richtig machen. Die perfekte Bonusmama. Dann wollte ich wenigstens eine gute Bonusmama sein. 2025 habe ich verstanden: Ich muss gar keine bestimmte Art von Bonusmama sein. Ich darf meine Rolle selbst definieren — und ich darf sie jederzeit neu definieren.

Das bedeutet auch: Manche Dinge, die ich vor zwei Jahren noch für mich übernommen habe, mache ich heute nicht mehr. Nicht weil ich kalt geworden bin. Sondern weil ich gelernt habe, dass manche Verantwortung nicht meine ist — und dass es allen besser geht, wenn ich das respektiere.

Verletzlichkeit ist keine Schwäche

Ich habe mich 2025 verletzlicher gezeigt als je zuvor. In meinem Coaching. In meiner Partnerschaft. Vor meinen Freundinnen. Und weißt du was? Die Welt ist nicht untergegangen. Im Gegenteil. Die Beziehungen, in denen ich aufgehört habe, stark zu spielen, sind die Beziehungen, die am meisten gewachsen sind.

„Verletzlichkeit als Bonusmama ist kein Zeichen von Schwäche — es ist der mutigste Schritt, den du machen kannst.” — Sally Matthes, Coach für Bonusmamas


Meine Pläne für die Zukunft

Ich werde nicht so tun, als hätte ich einen perfekten Fünf-Jahres-Plan. Was ich habe, ist eine Richtung. Und die sieht so aus:

  • Mehr ehrliche Gespräche — im Coaching, in der Partnerschaft, in meinem Content. Weniger Fassade, mehr Substanz.
  • Weniger Vergleichen — mit anderen Bonusmamas, mit anderen Coaches, mit dem Bild, das ich von mir selbst hatte.
  • Mehr Raum für mich — nicht als Luxus, sondern als Notwendigkeit. Denn eine Bonusmama, die ausgebrannt ist, kann niemandem helfen — am wenigsten sich selbst.
  • Weiter lernen — über Patchwork, über mich, über die Frauen, die ich begleiten darf.

Was ich mir für dich wünsche? Dass du 2025 nicht als „wieder ein Jahr geschafft” abhakst. Sondern dass du zurückblickst und siehst, was du alles getragen hast. Was du alles ausgehalten hast. Was du alles geschafft hast — auch wenn es sich manchmal nicht so angefühlt hat.

Mehr zum Thema Patchworkfamilie und wie andere Bonusmamas ihren Weg gefunden haben.


Zusammenfassung

Ein Jahresrückblick als Bonusmama ist nie nur eine Liste von Höhen und Tiefen. Es ist die ehrliche Frage: Wer bin ich geworden — und wer will ich sein? 2025 hat mich gelehrt, dass Wachstum nicht linear ist, dass meine Rolle sich verändern darf und dass Verletzlichkeit Stärke braucht. Wenn du dich in diesem Rückblick wiedererkennst, dann weißt du: Du bist nicht allein. Und du bist weiter, als du denkst.

Willst du wissen, was dich als Bonusmama wirklich blockiert?

In 3 Minuten findest du heraus, welches Muster sich unbemerkt eingeschlichen hat und was du tun kannst, um diesen Kreislauf zu durchbrechen.

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Häufige Fragen

Warum ist ein Jahresrückblick als Bonusmama sinnvoll?

Weil du im Alltag oft nur die Herausforderungen siehst. Ein bewusster Rückblick hilft dir, auch die Fortschritte zu erkennen — wie viel du getragen, gelernt und geschafft hast. Studien zeigen, dass Reflexion das Selbstwertgefühl stärkt und Stress reduziert.

Wie gehe ich mit dem Gefühl um, nicht „weit genug" zu sein?

Heilung ist nicht linear. Patricia Papernow beschreibt den Patchwork-Prozess als einen, der Jahre dauert und nie wirklich „fertig" ist. Wenn alte Muster zurückkommen, ist das kein Rückschritt — sondern ein Zeichen, dass du tiefer hinschaust als vorher.

Wie kann ich als Bonusmama besser auf mich selbst achten?

Indem du aufhörst, auf die Erlaubnis des Systems zu warten. Schaffe dir bewusst Räume für dich — ohne Schuldgefühle. Und erlaube dir, deine Rolle jederzeit neu zu definieren, statt einem Ideal hinterherzulaufen.